Monatsarchiv: Januar 2011

Challenge of Change

Letzte Woche habe ich in meinem Beitrag „Hilfe! Die Natives kommen“ auf die Notwendigkeit hingewiesen, Aufbereitungsmethoden im Kunst und Kulturbereich den Anforderungen eines neuen Publikums anzupassen.

Nannte ich in diesem Zusammenhang zB. Gemälde reizschwache Kunst bezog sich das keinesfalls auf die ästhetische Wirkung des einzelnen Exponats, wie Gerhard Kowar in seinem Blogbeitrag missverständlich schlussfolgerte, sondern vielmehr die Art und Weise der Einbettung des Exponats im Raum.

Laut Wikipedia ist die Definition von Reizverarbeitung sehr eng an die eigene Erfahrung geknüpft- was für ein Gemälde aus dem 19. Jht. im Bezug auf eine durch Film Internet und Videospiele sozialisierte Generation einen Wahrnehmungsnachteil bedeutet.

Es geht also nicht darum Kunst zu „verwandeln“ sondern durch die Art der Aufbereitung und Präsentation einem veränderten Publikum näherzubringen.

Die Bedeutung des Wortes „näherbringen“ birgt aber genau die Herausforderung denn auch ich als Kultureinrichtung muss  auf mein Publikum zugehen, zeitgemäßen Adaptionen von traditionellem Stoff Raum gewähren, wie an diesem Beispiel (mit widerum etwas Abstand) anschaulich wird.

Ein anderes Beispiel des Näherbringens ist die Gestaltung der Wiener U Bahnlinie 3 als Kunstlinie.

Hier werden Exponate im öffentlichen Raum installiert und holen den Rezipienten tatsächlich auf halbem Wege ins Museum/zur Ausstellung ab.

Ob Transmedia, AR oder nicht- der Veränderung des Wahrnehmungsverhaltens muss sich der Kulturbetrieb wohl anpassen. Die Herausforderung dabei die sinnliche Aura und die Essenz der Kunst ansich dabei nicht in Verruf zu bringen gilt es in Zukunft gemeinsam zu meistern.

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Storytelling leicht gemacht

Eine guter, kompakter Leitfaden zum Thema Storytelling für Marketingzwecke wurde hier bereitgestellt.

Ein „wegweisendes Ebook“ zum Thema Transmedia Storytelling stellte Frank Tentler in der transmedia Gruppe auf Facebook ein.

Die entscheidende Rolle die das Storytelling beim erfolgreichen Nutzen von Social Marketing sollte Grund genug sein, sich mit diesem Angebot die Nacht um die Ohren zu schlagen.

Al Pacino hätte es mit dieser Lektüre vielleicht auch leichter gehabt…


Exciting new 3D Technology!!!

Wie man 3D jetzt auch ohne die lästigen Brillen bequem zu Hause erleben kann ….

gepostet von Ioan Gavrilowitsch auf Facebook.

Ich freue mich auf angeregte Wochenend- Diskussionen, wie man diese Technologie wohl am besten  als Marketing Tool einsetzen kann. 😀


Transmedia Storytelling – österreichisch?

Wenn eine Printzeitung Abhörprotokolle mit Unterstützung von Kabarettisten als Vorlesung an der Uni darbietet und die Aufzeichnung davon dann als Videoserie auf die eigene Homepage stellt- ist das Transmedia Storytelling auf Österreichisch?!

In jedem Fall ist es ernster Inhalt – unterhaltsam vermittelt 😉

Dank an Thomas Maurer, Robert Palfrader und Florian Scheuba, sowie
Dr. Florian Klenk, –> hier in einem interessanten Interview mit Kerry Skyring.


Hilfe! Die Natives kommen…

Martin Adam macht in seinem Kommentar im Kulturmanagement Blog zur Frage von nachhaltig effekitvem Transmedia Storytelling für Museumsbetriebe auf eine neue Herausforderung aufmerksam, die eigentlich schon vor den Fenstern steht.

Die Digital Natives

Spätestens seit Herbst 2009 wissen die meisten, dass die Generation der Digital Natives weniger für zeitgeistliche Rebellion oder Trends steht, als viel mehr für einen echten Paradigmenwechsel in den Bereichen Kommunikation und Wahrnehmung.

Da die Reizschwelle dieser Rezipienten  erheblich höher ist/sein wird,  werden auch die herkömmlichen Aufbereitungsmethoden Kunst grundlegend reformiert (werden müssen).

Ein recht interessantes Beispiel dafür ist das Filmmuseum Berlin.

Finden wir auch Wege über effizientes Transmedia Storytelling, Augmented Reality und ARG/Geocaching ( und darüber hinaus) „reizschwache“ Kunst wie in Rahmen gefangene Gemälde auf einem für das digital native Auge reizvollen Weg zu präsentieren?

Laut diesem Beitrag auf tt.com hat das MUMOK einen wesentlichen Schritt in die richtige Richtung geschafft, lässt den Besucher aktiv via App sogar die Baulichkeiten beeinflussen.

Aber was würde das Geburtstagskind des Tages sagen, wenn seine Werke zB. damit kombiniert würden?

Ist also der Lösungsansatz, reizstärkere Kunstformen einzubinden, auch für Ausstellungen  Malerei des 19. Jahrhunderts denkbar?


Einen Maler für Transmedia Storytelling!

Was hat die von mir frisch renovierte Wohnung meiner Schwester mit einer nachhaltig erfolgreichen transmedialen Campagne für Malerei aus dem 19. Jahrhundert gemein? Wohl garnichts.

Ein vermeintlich gutes Beispiel dafür, wie transmediale Kommunikation gezielt und effizient einsetzbar ist hat Christian Riedel auf Facebook gepostet.

„What could we do to encourage people to visit Sukiennice Museum in Krakau?“

Mit  knapp 94.ooo Besuchern in vier Monaten als vorläufiges Ergebnis der Aktion ist man verleitet zu sagen : „Offensichtlich jede Menge!“ Doch ich gehe davon aus, dass ein volles Haus allein die Ansprüche eines Museums nicht zur Gänze erfüllt. Wenn Christian Henner-Fehr seinen Beitrag zu selbigem Video mit der Feststellung

„Museen haben es nicht leicht, ihre Ausstellungen so zu bewerben, dass sie für möglichst viele Menschen auch attraktiv sind.“

eröffnet, lenkt das in dieser Formulierung auf ein konkretes Problem hin:

Die besondere Attraktion in Krakau ist nicht die Austellung selbst, sondern ihre Bewerbung. Das Hauptinteresse gilt offensicht der Rahmenhandlung – denn die ist neu – und nicht der Kunst selbst – die ist immerhin gute 150 Jahre alt.

Wie schaffe ich es also, meine Besucher für die eigentliche Attraktion zu begeistern, ohne sie durch die Attraktivität der Methoden eben genau davon abzulenken?

Ein Wort: … Einsatz.

Effizienter eingesetzt, könnte eine Kombination von Transmedia Storytelling, ARG und…

Geocaching den potentiellen Besucher von der Couch bis  zur Museumskassa mit dem Kunstwerk selbst (und mit anderen Besuchern) verknüpfen. Er sammelt und verteilt Informationen im Web und auf der Straße, bekommt als Belohnung vielleicht eine Ermäßigung und steht dann in einer Ausstellung, zu deren Kunstwerken er einen direkten Bezug hat, weil er vom Ausgraben der Epochenbeschreibung aus der Stadtparkwiese immer noch  schwitzt.

Und da kommt die Wohnung meiner Schwester ins Spiel, deren Wände mir niemals nurmehr weiße und abscheulich pastellgrüne Flächen sein werden, da ich durch meinen Einsatz eine Verbindung zu ihnen habe.

Natürlich kann unser Besucher die Exponate nicht selbst malen und falls doch hat er wahrscheinlich ohnehin eine Jahreskarte. Doch selbst wenn ich nur die Farbe für meine Schwester aus dem Baumarkt geholt hätte und stundenlang an der Kasse gestanden wäre, bestünde immer noch mehr Beziehung, als hätte sie einen professionellen Maler beauftragt.


Neues aus der Wiener Kurzfilm Szene

Für alle, die es wie ich gestern nicht ins TopKino zur Premiere geschafft haben, gibts hier die Möglichkeit Chris Dohrs 2009 gedrehten Kurzfilm „Heimwerkerfreund“ benutzerfreundlich online zu sehen.

Mit Wiener Schmäh, der so trocken ist, dass er auf seine Weise bereits wieder erfrischt, inszeniert Dohr nach dem Skript von Thomas Nash eine knackige Greissler Anekdote, deren Dramaturgie  eine Liebeserklärung an ein Schelm-Highlight der 80er zu sein scheint. (ab 8:40)

Da die Bilder von Michael Mrkvicka schon vor seinen Akademie Zeiten astrein rüberkommen, bleibt nur noch eine Insider Anekdote zu dem gelungenen 4,5 Minuter:

Das eigentliche Opfer- der Baum- war zugleich der eigentliche Star, wurde er doch von Ausstatterin Marlene Pleyl extra mit dem Taxi ans Set chauffiert – auf Produktionskosten, versteht sich. 😉


Berlinale 2011

Von 10. bis 20. Februar wird Berlin wieder zum Zentrum der Filmschaffenden und Filminteressierten. Besonders freue ich mich auf den neunten „Berlinale Talent Campus„, die Bergman Retrospektive, sowie natürlich der Eröffnungsfilm „True Grit“ der Coen Brüder.