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Challenge of Change

Letzte Woche habe ich in meinem Beitrag „Hilfe! Die Natives kommen“ auf die Notwendigkeit hingewiesen, Aufbereitungsmethoden im Kunst und Kulturbereich den Anforderungen eines neuen Publikums anzupassen.

Nannte ich in diesem Zusammenhang zB. Gemälde reizschwache Kunst bezog sich das keinesfalls auf die ästhetische Wirkung des einzelnen Exponats, wie Gerhard Kowar in seinem Blogbeitrag missverständlich schlussfolgerte, sondern vielmehr die Art und Weise der Einbettung des Exponats im Raum.

Laut Wikipedia ist die Definition von Reizverarbeitung sehr eng an die eigene Erfahrung geknüpft- was für ein Gemälde aus dem 19. Jht. im Bezug auf eine durch Film Internet und Videospiele sozialisierte Generation einen Wahrnehmungsnachteil bedeutet.

Es geht also nicht darum Kunst zu „verwandeln“ sondern durch die Art der Aufbereitung und Präsentation einem veränderten Publikum näherzubringen.

Die Bedeutung des Wortes „näherbringen“ birgt aber genau die Herausforderung denn auch ich als Kultureinrichtung muss  auf mein Publikum zugehen, zeitgemäßen Adaptionen von traditionellem Stoff Raum gewähren, wie an diesem Beispiel (mit widerum etwas Abstand) anschaulich wird.

Ein anderes Beispiel des Näherbringens ist die Gestaltung der Wiener U Bahnlinie 3 als Kunstlinie.

Hier werden Exponate im öffentlichen Raum installiert und holen den Rezipienten tatsächlich auf halbem Wege ins Museum/zur Ausstellung ab.

Ob Transmedia, AR oder nicht- der Veränderung des Wahrnehmungsverhaltens muss sich der Kulturbetrieb wohl anpassen. Die Herausforderung dabei die sinnliche Aura und die Essenz der Kunst ansich dabei nicht in Verruf zu bringen gilt es in Zukunft gemeinsam zu meistern.


Transmedia Storytelling – österreichisch?

Wenn eine Printzeitung Abhörprotokolle mit Unterstützung von Kabarettisten als Vorlesung an der Uni darbietet und die Aufzeichnung davon dann als Videoserie auf die eigene Homepage stellt- ist das Transmedia Storytelling auf Österreichisch?!

In jedem Fall ist es ernster Inhalt – unterhaltsam vermittelt 😉

Dank an Thomas Maurer, Robert Palfrader und Florian Scheuba, sowie
Dr. Florian Klenk, –> hier in einem interessanten Interview mit Kerry Skyring.


Hilfe! Die Natives kommen…

Martin Adam macht in seinem Kommentar im Kulturmanagement Blog zur Frage von nachhaltig effekitvem Transmedia Storytelling für Museumsbetriebe auf eine neue Herausforderung aufmerksam, die eigentlich schon vor den Fenstern steht.

Die Digital Natives

Spätestens seit Herbst 2009 wissen die meisten, dass die Generation der Digital Natives weniger für zeitgeistliche Rebellion oder Trends steht, als viel mehr für einen echten Paradigmenwechsel in den Bereichen Kommunikation und Wahrnehmung.

Da die Reizschwelle dieser Rezipienten  erheblich höher ist/sein wird,  werden auch die herkömmlichen Aufbereitungsmethoden Kunst grundlegend reformiert (werden müssen).

Ein recht interessantes Beispiel dafür ist das Filmmuseum Berlin.

Finden wir auch Wege über effizientes Transmedia Storytelling, Augmented Reality und ARG/Geocaching ( und darüber hinaus) „reizschwache“ Kunst wie in Rahmen gefangene Gemälde auf einem für das digital native Auge reizvollen Weg zu präsentieren?

Laut diesem Beitrag auf tt.com hat das MUMOK einen wesentlichen Schritt in die richtige Richtung geschafft, lässt den Besucher aktiv via App sogar die Baulichkeiten beeinflussen.

Aber was würde das Geburtstagskind des Tages sagen, wenn seine Werke zB. damit kombiniert würden?

Ist also der Lösungsansatz, reizstärkere Kunstformen einzubinden, auch für Ausstellungen  Malerei des 19. Jahrhunderts denkbar?


Neues aus der Wiener Kurzfilm Szene

Für alle, die es wie ich gestern nicht ins TopKino zur Premiere geschafft haben, gibts hier die Möglichkeit Chris Dohrs 2009 gedrehten Kurzfilm „Heimwerkerfreund“ benutzerfreundlich online zu sehen.

Mit Wiener Schmäh, der so trocken ist, dass er auf seine Weise bereits wieder erfrischt, inszeniert Dohr nach dem Skript von Thomas Nash eine knackige Greissler Anekdote, deren Dramaturgie  eine Liebeserklärung an ein Schelm-Highlight der 80er zu sein scheint. (ab 8:40)

Da die Bilder von Michael Mrkvicka schon vor seinen Akademie Zeiten astrein rüberkommen, bleibt nur noch eine Insider Anekdote zu dem gelungenen 4,5 Minuter:

Das eigentliche Opfer- der Baum- war zugleich der eigentliche Star, wurde er doch von Ausstatterin Marlene Pleyl extra mit dem Taxi ans Set chauffiert – auf Produktionskosten, versteht sich. 😉


Berlinale 2011

Von 10. bis 20. Februar wird Berlin wieder zum Zentrum der Filmschaffenden und Filminteressierten. Besonders freue ich mich auf den neunten „Berlinale Talent Campus„, die Bergman Retrospektive, sowie natürlich der Eröffnungsfilm „True Grit“ der Coen Brüder.