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Einen Maler für Transmedia Storytelling!

Was hat die von mir frisch renovierte Wohnung meiner Schwester mit einer nachhaltig erfolgreichen transmedialen Campagne für Malerei aus dem 19. Jahrhundert gemein? Wohl garnichts.

Ein vermeintlich gutes Beispiel dafür, wie transmediale Kommunikation gezielt und effizient einsetzbar ist hat Christian Riedel auf Facebook gepostet.

„What could we do to encourage people to visit Sukiennice Museum in Krakau?“

Mit  knapp 94.ooo Besuchern in vier Monaten als vorläufiges Ergebnis der Aktion ist man verleitet zu sagen : „Offensichtlich jede Menge!“ Doch ich gehe davon aus, dass ein volles Haus allein die Ansprüche eines Museums nicht zur Gänze erfüllt. Wenn Christian Henner-Fehr seinen Beitrag zu selbigem Video mit der Feststellung

„Museen haben es nicht leicht, ihre Ausstellungen so zu bewerben, dass sie für möglichst viele Menschen auch attraktiv sind.“

eröffnet, lenkt das in dieser Formulierung auf ein konkretes Problem hin:

Die besondere Attraktion in Krakau ist nicht die Austellung selbst, sondern ihre Bewerbung. Das Hauptinteresse gilt offensicht der Rahmenhandlung – denn die ist neu – und nicht der Kunst selbst – die ist immerhin gute 150 Jahre alt.

Wie schaffe ich es also, meine Besucher für die eigentliche Attraktion zu begeistern, ohne sie durch die Attraktivität der Methoden eben genau davon abzulenken?

Ein Wort: … Einsatz.

Effizienter eingesetzt, könnte eine Kombination von Transmedia Storytelling, ARG und…

Geocaching den potentiellen Besucher von der Couch bis  zur Museumskassa mit dem Kunstwerk selbst (und mit anderen Besuchern) verknüpfen. Er sammelt und verteilt Informationen im Web und auf der Straße, bekommt als Belohnung vielleicht eine Ermäßigung und steht dann in einer Ausstellung, zu deren Kunstwerken er einen direkten Bezug hat, weil er vom Ausgraben der Epochenbeschreibung aus der Stadtparkwiese immer noch  schwitzt.

Und da kommt die Wohnung meiner Schwester ins Spiel, deren Wände mir niemals nurmehr weiße und abscheulich pastellgrüne Flächen sein werden, da ich durch meinen Einsatz eine Verbindung zu ihnen habe.

Natürlich kann unser Besucher die Exponate nicht selbst malen und falls doch hat er wahrscheinlich ohnehin eine Jahreskarte. Doch selbst wenn ich nur die Farbe für meine Schwester aus dem Baumarkt geholt hätte und stundenlang an der Kasse gestanden wäre, bestünde immer noch mehr Beziehung, als hätte sie einen professionellen Maler beauftragt.