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Challenge of Change

Letzte Woche habe ich in meinem Beitrag „Hilfe! Die Natives kommen“ auf die Notwendigkeit hingewiesen, Aufbereitungsmethoden im Kunst und Kulturbereich den Anforderungen eines neuen Publikums anzupassen.

Nannte ich in diesem Zusammenhang zB. Gemälde reizschwache Kunst bezog sich das keinesfalls auf die ästhetische Wirkung des einzelnen Exponats, wie Gerhard Kowar in seinem Blogbeitrag missverständlich schlussfolgerte, sondern vielmehr die Art und Weise der Einbettung des Exponats im Raum.

Laut Wikipedia ist die Definition von Reizverarbeitung sehr eng an die eigene Erfahrung geknüpft- was für ein Gemälde aus dem 19. Jht. im Bezug auf eine durch Film Internet und Videospiele sozialisierte Generation einen Wahrnehmungsnachteil bedeutet.

Es geht also nicht darum Kunst zu „verwandeln“ sondern durch die Art der Aufbereitung und Präsentation einem veränderten Publikum näherzubringen.

Die Bedeutung des Wortes „näherbringen“ birgt aber genau die Herausforderung denn auch ich als Kultureinrichtung muss  auf mein Publikum zugehen, zeitgemäßen Adaptionen von traditionellem Stoff Raum gewähren, wie an diesem Beispiel (mit widerum etwas Abstand) anschaulich wird.

Ein anderes Beispiel des Näherbringens ist die Gestaltung der Wiener U Bahnlinie 3 als Kunstlinie.

Hier werden Exponate im öffentlichen Raum installiert und holen den Rezipienten tatsächlich auf halbem Wege ins Museum/zur Ausstellung ab.

Ob Transmedia, AR oder nicht- der Veränderung des Wahrnehmungsverhaltens muss sich der Kulturbetrieb wohl anpassen. Die Herausforderung dabei die sinnliche Aura und die Essenz der Kunst ansich dabei nicht in Verruf zu bringen gilt es in Zukunft gemeinsam zu meistern.

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Hilfe! Die Natives kommen…

Martin Adam macht in seinem Kommentar im Kulturmanagement Blog zur Frage von nachhaltig effekitvem Transmedia Storytelling für Museumsbetriebe auf eine neue Herausforderung aufmerksam, die eigentlich schon vor den Fenstern steht.

Die Digital Natives

Spätestens seit Herbst 2009 wissen die meisten, dass die Generation der Digital Natives weniger für zeitgeistliche Rebellion oder Trends steht, als viel mehr für einen echten Paradigmenwechsel in den Bereichen Kommunikation und Wahrnehmung.

Da die Reizschwelle dieser Rezipienten  erheblich höher ist/sein wird,  werden auch die herkömmlichen Aufbereitungsmethoden Kunst grundlegend reformiert (werden müssen).

Ein recht interessantes Beispiel dafür ist das Filmmuseum Berlin.

Finden wir auch Wege über effizientes Transmedia Storytelling, Augmented Reality und ARG/Geocaching ( und darüber hinaus) „reizschwache“ Kunst wie in Rahmen gefangene Gemälde auf einem für das digital native Auge reizvollen Weg zu präsentieren?

Laut diesem Beitrag auf tt.com hat das MUMOK einen wesentlichen Schritt in die richtige Richtung geschafft, lässt den Besucher aktiv via App sogar die Baulichkeiten beeinflussen.

Aber was würde das Geburtstagskind des Tages sagen, wenn seine Werke zB. damit kombiniert würden?

Ist also der Lösungsansatz, reizstärkere Kunstformen einzubinden, auch für Ausstellungen  Malerei des 19. Jahrhunderts denkbar?