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Hilfe! Die Natives kommen…

Martin Adam macht in seinem Kommentar im Kulturmanagement Blog zur Frage von nachhaltig effekitvem Transmedia Storytelling für Museumsbetriebe auf eine neue Herausforderung aufmerksam, die eigentlich schon vor den Fenstern steht.

Die Digital Natives

Spätestens seit Herbst 2009 wissen die meisten, dass die Generation der Digital Natives weniger für zeitgeistliche Rebellion oder Trends steht, als viel mehr für einen echten Paradigmenwechsel in den Bereichen Kommunikation und Wahrnehmung.

Da die Reizschwelle dieser Rezipienten  erheblich höher ist/sein wird,  werden auch die herkömmlichen Aufbereitungsmethoden Kunst grundlegend reformiert (werden müssen).

Ein recht interessantes Beispiel dafür ist das Filmmuseum Berlin.

Finden wir auch Wege über effizientes Transmedia Storytelling, Augmented Reality und ARG/Geocaching ( und darüber hinaus) „reizschwache“ Kunst wie in Rahmen gefangene Gemälde auf einem für das digital native Auge reizvollen Weg zu präsentieren?

Laut diesem Beitrag auf tt.com hat das MUMOK einen wesentlichen Schritt in die richtige Richtung geschafft, lässt den Besucher aktiv via App sogar die Baulichkeiten beeinflussen.

Aber was würde das Geburtstagskind des Tages sagen, wenn seine Werke zB. damit kombiniert würden?

Ist also der Lösungsansatz, reizstärkere Kunstformen einzubinden, auch für Ausstellungen  Malerei des 19. Jahrhunderts denkbar?

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Einen Maler für Transmedia Storytelling!

Was hat die von mir frisch renovierte Wohnung meiner Schwester mit einer nachhaltig erfolgreichen transmedialen Campagne für Malerei aus dem 19. Jahrhundert gemein? Wohl garnichts.

Ein vermeintlich gutes Beispiel dafür, wie transmediale Kommunikation gezielt und effizient einsetzbar ist hat Christian Riedel auf Facebook gepostet.

„What could we do to encourage people to visit Sukiennice Museum in Krakau?“

Mit  knapp 94.ooo Besuchern in vier Monaten als vorläufiges Ergebnis der Aktion ist man verleitet zu sagen : „Offensichtlich jede Menge!“ Doch ich gehe davon aus, dass ein volles Haus allein die Ansprüche eines Museums nicht zur Gänze erfüllt. Wenn Christian Henner-Fehr seinen Beitrag zu selbigem Video mit der Feststellung

„Museen haben es nicht leicht, ihre Ausstellungen so zu bewerben, dass sie für möglichst viele Menschen auch attraktiv sind.“

eröffnet, lenkt das in dieser Formulierung auf ein konkretes Problem hin:

Die besondere Attraktion in Krakau ist nicht die Austellung selbst, sondern ihre Bewerbung. Das Hauptinteresse gilt offensicht der Rahmenhandlung – denn die ist neu – und nicht der Kunst selbst – die ist immerhin gute 150 Jahre alt.

Wie schaffe ich es also, meine Besucher für die eigentliche Attraktion zu begeistern, ohne sie durch die Attraktivität der Methoden eben genau davon abzulenken?

Ein Wort: … Einsatz.

Effizienter eingesetzt, könnte eine Kombination von Transmedia Storytelling, ARG und…

Geocaching den potentiellen Besucher von der Couch bis  zur Museumskassa mit dem Kunstwerk selbst (und mit anderen Besuchern) verknüpfen. Er sammelt und verteilt Informationen im Web und auf der Straße, bekommt als Belohnung vielleicht eine Ermäßigung und steht dann in einer Ausstellung, zu deren Kunstwerken er einen direkten Bezug hat, weil er vom Ausgraben der Epochenbeschreibung aus der Stadtparkwiese immer noch  schwitzt.

Und da kommt die Wohnung meiner Schwester ins Spiel, deren Wände mir niemals nurmehr weiße und abscheulich pastellgrüne Flächen sein werden, da ich durch meinen Einsatz eine Verbindung zu ihnen habe.

Natürlich kann unser Besucher die Exponate nicht selbst malen und falls doch hat er wahrscheinlich ohnehin eine Jahreskarte. Doch selbst wenn ich nur die Farbe für meine Schwester aus dem Baumarkt geholt hätte und stundenlang an der Kasse gestanden wäre, bestünde immer noch mehr Beziehung, als hätte sie einen professionellen Maler beauftragt.